Architekt Ernst Roth & spado architects Fotos und Luftbilder: (c) Gert Steinthaler/Christian Brandstätter

Neugestaltung Bad Loretto

 

Rahmenbedingungen: Die Halbinsel Maria Loretto stellt einen

der markantesten landschaftlichen Akzente im östlichen Wörtherseebecken dar.

 Sie wird von den Faktoren Bootshafen, Bad Loretto und Schlossanlage mit Kapelle

und Restaurant auf felsiger Erhebung geprägt.

 

Die Badeanlage von Architekten Karl Hack und Felix Orsini-Rosenberg

aus dem Jahr 1970  war den Ansprüchen des Bauherrn nicht mehr

gewachsen und sollte mit neuen Baukörper ergänzt werden.

Grundgedanken

Die neuen Baukörper sollten sich unaufdringlich, entsprechend ihrer Nutzung,

dem Ort unterordnen. Als übergeordnete Struktur wurden

zwei Dächer auf Stahlrahmen gewählt, welche auch Freibereiche überdachen

und so für schattige, luftige Außenbereiche sorgen.

Die beiden Grundstrukturen der Dächer wurden

linear zueinander versetzt, sodass auch in den Außenbereichen

nutzbare Zonen und Durchblicke zwischen See und Lendkanal entstanden.

Unter die Dachkonstruktionen wurden die benötigten Baukörper gestellt,

welche durch ihre Distanz zum Dach (Lüftungslamellen) ein angenehmes Raumklima erhalten.

Die neu geschaffene Gebäudestruktur hat keine Rückseite, es bedient das Lokal,

aber auch der Kanu- /SUP- Verleih sowohl das Areal des Bades als auch den

Lorettoweg am Lendkanal. Die alten Kabinen nahe dem Schloss Maria Loretto

wurden mit neuen Zugangsstegen ausgestattet.

Das bestehende Hauptgebäude wurde entkernt und vom Bauherrn

mit neuen Kästchen und Umkleiden adaptiert.

 

 

Anforderungen

 

Vom Bauherren, den Stadtwerken Klagenfurt, wurde in einem

ambitionierten Zeitplan (Planungsbeginn Dezember 2016, Fertigstellung Mai 2017)

ein Imbiss Kiosk, eine Tauchwelt, ein Kanu und SUPVerleih,

sowie ein neuer Sanitärtrakt in einfacher low cost Bauweise

(Nutzungsdauer ca. 10 bis 15 Jahre) gefordert.

Das Architekturbüro Roth und spado architects,

die Gewinner eines österreichweiten Wettbewerbes für das Bad Loretto

aus dem Jahr 2003, welcher damals nicht umgesetzt wurde,

konnten nun für die Adaptierung des Bades beauftragt werden.

 

 

Materialität

 

Das Dach wird aus filigranen Stahlrahmen mit Leichtmetall Paneeldeckung gebildet,

die Wände sind als einfache Holzständerkonstruktion ohne Dämmung ausgeführt.

Die feingliedrigen, horizontalen Holzschalungen und Lamellen sind unbehandelt verarbeitet.

In den Zwischenbereichen wurden vertikale Lärchen Brettschichtholzlamellen

mit entsprechender Durchsicht errichtet.