Architekt Ernst Roth & spado architects; Fotos:(c) Christian Brandstätter, Luftbilder:(c) Gert Steinthaler/Christian Brandstätter

KABinentrakt Strandbad Klagenfurt    

Das Strandbad Klagenfurt, eingebettet im einmaligen Naturraum der Ostbucht

des Wörthersees verfügt über mehrere Kabinentrakte.

Einer dieser Kabinentrakte musste aufgrund statischer

Probleme durch ein neues Bauwerk ersetzt werden.

Gefordert war die Maximierung der Kabinen- und Kästchenanzahl auf

möglichst komprimierter Fläche.

Auf der Fläche von bisher 216 Kabinen und 137 Kästchen

konnten durch platzsparende Planung 455 Kabinen und 524 Kästchen neu errichtet werden.

Der Kabinentrakt nimmt Bezug auf das Eingangsgebäude und seine flankierenden

Nebenbaukörper aus dem Jahr 1927.

Die straßenseitige Fassade des neuen Baukörpers wird durch eine rhythmische

Fassade aus Holzlamellen und Beton gegliedert.

Die vertikalen Holzlamellen dienen als durchlässiger Filter zwischen den Stellplätzen

und dem See.

Die massiven Rückgrate stellen einen materiellen Bezug zum

historischen Bestandsgebäude im Norden dar.

Der südlichste Baukörper nimmt neue Sanitäreinheiten für diesen Badbereich auf.

Die regalförmige Grundtragkonstruktion wird aus Brettsperrholz gebildet.

Diese Konstruktion wird in geschlossenen Bereichen mit feingliedrigen,

vertikalen Lärchenschalungen geschlossen.

Im Portalbereich werden Türelemente in Kombination

mit satinierten Glasflächen eingesetzt.

Die Innenflächen und das Mobiliar der Kabinen sind

aus Brettsperrholz bzw. Holz in Sichtqualität gefertigt.

Die Flugdachkonstruktion besteht aus einer Brettsperrholzplatte mit Lärchenuntersicht,

welche auf Metallbügeln lastet.

Vertikale, zweigeschossige Brettschichtholzlamellen dienen als Licht- und Sichtdurchlässiger

Filter zwischen öffentlichem Raum  und Strandbad.

Die Zugangszone zum neuen Kabinentrakt wird durch einen Platzbereich

mit sechs schattenspendenden Schirmplatanen,

schilfartigen Gräsern und Sitzgelegenheiten gestaltet.

Die gesamte Kabinenanlage erstreckt sich über elf fingerartige Baukörper,

welche durch räumlich anspruchsvolle Innenhöfe gegliedert werden.

 Erdgeschossig verfügen die Höfe über filigrane Sitzgelegenheiten mit einem

Rankgerüst und einer Pergola.

Die schattenspendende Bepflanzung mittels Clematis verleiht den Hofbereichen

eine refugiumartige Atmosphäre.

Die Trakte verfügen auf beiden Hofseiten über Kabinen oder Kästchen.

Im Obergeschoss befindet sich pro Trakt jeweils eine Kabinenzeile,

welche mit einem überdachten Gang erschlossen wird.

Der Holzstegbelag bildet hier eine terrassenartige Vorzone mit Seeblick

und verleiht dem Kabinentrakt

in Kombination mit den lichtdurchfluteten Innenhofbereichen ein mediterranes Flair.  

Eine schiffsrelingartige Erschließungsbrücke verbindet mit

drei Treppenaufgängen alle Obergeschosszonen.